Rezension | Schau mir in die Augen, Audrey | Sophie Kinsella

http://www.randomhouse.de/content/edition/covervoila/022_17148_158946_xl.jpgSchau mir in die Augen, Audrey

Originaltitel: Finding Audrey
Reihe: -
Autorin: Sophie Kinsella
Übersetzung: Anja Galić
Verlag: cbj, Juli 2015
Ausgabe: Paperback
Seiten: 384
Preis: 14,99€

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Audrey ist Mitglied einer ziemlich durchgeknallten Familie: Ihr Bruder ist ein Computernerd, ihre Mutter eine hysterische Gesundheitsfanatikerin und ihr Vater ein charmanter, ein bisschen schluffiger Teddybär. Doch damit nicht genug – Audrey schleppt noch ein weiteres Päckchen mit sich herum: Nämlich ihre Sonnenbrille, hinter der sie sich wegen einer Angststörung versteckt. Bloß niemandem in die Augen schauen! Als sie eines Tages auf Anraten ihrer Therapeutin beginnt, einen Dokumentarfilm über ihre verrückte Familie zu drehen, gerät ihr immer häufiger der gar nicht so unansehnliche Freund ihres großen Bruders vor die Linse – Linus. Und langsam bahnt sich etwas an, was viel mehr ist, als der Beginn einer wunderbaren Freundschaft ... (Quelle: cbj Verlag)


Bereits die Romane von Sophie Kinsella konnten mich überzeugen und das, obwohl Chick Lit nicht zu meinen liebsten Genres gehört. Ganz klar, dass nun auch das neueste Werk der Autorin seinen Weg zu mir gefunden hat und ziemlich bald verschlungen wurde. Und ich meine wirklich verschlungen! Man schlägt die erste Seite auf und zack! ist man mitten drin in Audreys Familie. Aus "nur kurz reinlesen" wurde "wie, schon 100 Seiten?".

Ich hatte Zweifel, ob ich mit einer vierzehnjährigen Protagonistin klarkommen würde, ich bin ja doch knapp acht Jahre älter. Aber das stellte überhaupt kein Problem dar. Vielmehr hatte ich das Gefühl, mit Audrey und ihrer Familie am Tisch zu sitzen (oder am Fenster zu stehen und zu beobachten wie ein Laptop aus dem Fenster fliegt). Audrey holt den Leser ab, auch dadurch, dass der Leser direkt angesprochen wird. Es ist, als würde man zu Besuch sein und Audrey ist die Gastschwester, die sich um einen kümmert. Ich musste sie einfach ins Herz schließen, auch wenn es ein bisschen gedauert hat, bis sie sich dem Leser gegenüber geöffnet hat. Sie ist in ihrer Art ruhig und zurückhaltend, bringt an den richtigen Stellen aber auch Humor in die Geschichte. Bei manchen Büchern werde ich schon fast sauer, wenn es ewig hingezogen wird, was denn nun das große Geheimnis um die Hauptperson ist. Hier war es irgendwie Nebensache, obwohl es der Grund für Audreys Angststörung ist. Aber es geht viel mehr darum, wie sie sich langsam, aber sicher aus der Angst befreit. Was damals passiert ist, spielt dafür überhaupt keine große Rolle und das ist auch komplett in Ordnung für mich gewesen, denn selbst als Leser habe ich gemerkt, wie Audrey sich Stück für Stück immer mehr positiv verändert hat. Auch ihre Familie spielt im Buch eine wichtige Rolle. Ihre Mutter ist zeitweise eine echte Übermutter. Eigentlich will sie nur das Beste für ihre Kinder, doch gerne übertreibt sie es dabei. Dabei kann sie so überzeugend sein, dass Audreys Vater gar keine Chance hat, irgendwas zu erwidern. Ich glaube, von ihm hat Audrey die ruhige Art. Ihr Bruder Frank ist ein Jahr älter und ein Computer-Ass. In den Augen ihrer Mutter ist es eine definitive Spielsucht und da muss durchgegriffen werden. Diese Szene am Fenster... genial. Das jüngste Familienmitglied ist Felix, vier Jahre alt und plappert so ziemlich alles nach. Und dann ist da noch Linus, der öfter vorbeischaut, um mit Frank ein Online-Spiel zu spielen. Und irgendwie hat er es geschafft, Audreys Mauern ein Stückchen zu durchbrechen. Gut, das ging mir an einer Stelle dann doch ein bisschen zu schnell, aber da sehe ich gerne drüber hinweg, da der Rest absolut gestimmt hat.

Hauptsächlich geht es um Audreys Veränderungen, aber auch der Rest des Familienlebens wird nicht außer Acht gelassen. Aufgelockert wird das dann noch durch den Film, den Audrey auf Anraten ihrer Therapeutin drehen soll. Diesen liest man in Form eines Drehbuchs und passt super in die Geschichte. Die Autorin hat eine absolute Wohlfühl-Atmophäre geschaffen. Ich habe das Buch nicht einfach gelesen, sondern war dabei. Ein schöner Aspekt des Buches ist noch, dass es zeigt, dass es keine Schande ist, wenn man sich Hilfe holt oder Hilfe braucht. Auch Audrey ist der "typische" Teenager, der behauptet, sowas nicht zu brauchen, aber auch sie sieht irgendwann ein: manchmal haben die Erwachsenen eben doch Recht. Das Buch ist ist zwar mit viel Humor geschrieben, aber es wirkt nicht überdreht. Es ist glaubhaft mit all den Eigenarten, die die Charaktere bekommen haben.

Wie typisch für Sophie Kinsellas Bücher treffen hier Ernsthaftigkeit und Humor aufeinander, wenn auch angepasst an jüngere Leser. Dabei kann man das Buch aber ohne Probleme auch als nicht vierzehnjährige lesen. Die Autorin trifft den richtigen Ton, an den richtigen Stellen und hat so einen sehr empfehlenswerten Familienroman geschrieben.


Sophie Kinsella ist Schriftstellerin und ehemalige Wirtschaftsjournalistin. Ihre Schnäppchenjägerin-Romane um die liebenswerte Chaotin Rebecca Bloomwood werden von einem Millionenpublikum verschlungen. Die Verfilmung ihres Bestsellers »Shopaholic – Die Schnäppchenjägerin« wurde zum internationalen Kinohit. Mit »Schau mir in die Augen, Audrey« gibt die Mutter von vier Söhnen und einer Tochter ihr Debüt im Jugendbuch. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in London. (Quelle: cbj Verlag)


Weitere Bücher der Autorin

Einzelbände:                                             Die Shopaholic-Reihe:

Charleston Girl                                         1. Die Schnäppchenjägerin
Cocktails für drei                                      2. Fast geschenkt
Die Heiratsschwindlerin                           3. Hochzeit zu verschenken
Göttin in Gummistiefeln                           4. Vom Umtausch ausgeschlossen
Kein Kuss unter dieser Nummer               5. Prada, Pumps und Babypuder    
Kennen wir uns nicht?                              6. Mini Shopaholic
Reizende Gäste                                         7. Shopaholic in Hollywood
Sags's nicht weiter, Liebling
Das Hochzeitsversprechen


Kommentare:

  1. Huhu, ich hab gestern angefangen das Buch zu lesen und freu mich tierisch drauf, weil es bisher ja durchweg nur positive Meinungen gab. Bin schon sehr gespannt... Angefangen hat das Buch ja ganz vielversprechend.

    Liebste Grüße, Nelly

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    1. Jaa die ganzen positiven Meinungen haben mich ganz schnell verleitet, das Buch lesen zu müssen. Und es war ja auch wirklich richtig klasse!

      Liebe Grüße :)

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  2. Ich möchte das Buch auch unbedingt noch lesen.

    Liebe Grüße,
    Liz

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    1. Auf jeden Fall! Ich kann es nur empfehlen :)

      Liebe Grüße!

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