Rezension | Die rote Königin | Victoria Aveyard

Die rote Königin

Originaltitel: Red Queen
Reihe: Die Farben des Blutes #1
Autorin: Victoria Aveyard
Übersetzung: Birgit Schmitz
Verlag: Carlsen, Mai 2015
Ausgabe: Hardcover
Seiten: 512
Preis: 19,90€



Rot oder Silber – Mares Welt wird von der Farbe des Blutes bestimmt. Sie selbst gehört zu den niederen Roten, deren Aufgabe es ist, der Silber-Elite zu dienen. Denn die – und nur die – besitzt übernatürliche Kräfte. Doch als Mare bei ihrer Arbeit in der Sommerresidenz des Königs in Gefahr gerät, geschieht das Unfassbare: Sie, eine Rote, rettet sich mit Hilfe besonderer Fähigkeiten! Um Aufruhr zu vermeiden, wird sie als verschollen geglaubte Silber-Adlige ausgegeben und mit dem jüngsten Prinzen verlobt. Dabei ist es dessen Bruder, der Thronfolger, der Mares Gefühle durcheinander bringt. Doch von jetzt an gelten die Regeln des Hofes, Mare darf sich keine Fehler erlauben. Trotzdem nutzt sie ihre Position, um die aufkeimende Rote Rebellion zu unterstützen. Sie riskiert dabei ihr Leben – und ihr Herz … (Quelle: Carlsen Verlag)


Es war kompliziert mit der Geschichte und mir. Versteht mich nicht falsch, die Geschichte ist nicht schlecht. Sie ist nur nicht das, was ich erwartet habe und einfach nicht meins gewesen.

Den Anfang fand ich recht holprig. Die Sätze kamen mir noch ein bisschen verworren und manche Erklärungen etwas dürftig vor. Andere Beschreibungen haben mir dann direkt Die Schauplätze von Selection und Die Tribute von Panem vor Augen geführt. Und das war nicht die einzige Gemeinsamkeit von Die rote Königin und anderen Büchern. Ich bin da ja eigentlich nicht so bei Gemeinsamkeiten. Fantasy/Jugendbücher und Dystopien laufen ja oft nach einem ähnlichen Schema ab und da ist es klar, dass mal Dinge passieren, die einen an ein anderes Buch erinnern. Aber bei diesem Buch war es doch etwas auffällig. Die Schauplätze waren zwar wie in Selection, aber in Dystopien ist das ja eh immer recht ähnlich. Die nächsten Ähnlichkeiten sind, dass sie einen besten Freund hat, mit dem da aber irgendwie mehr läuft und der dann zufällig auch im Palast ist, genau wie sie. Die beiden Prinzen "dürfen" sich ein Mädchen als ihre zukünftige Frau aussuchen. Demnach herrscht zwischen allen Mädchen ordentlich Stress. Niemand mag Mare – warum wurde mir allerdings nicht klar.

Wer Die Bestimmung gelesen hat, kennt schon ungefähr den Mittelteil der Geschichte. Mare bekommt einen neuen Namen, eine neue Bleibe, in die sie sich einfinden muss und Kampftraining. Ein Trainer lässt die Jugendlichen im Schloss gegeneinander antreten um die Kräfte auszutesten, die alle Silbernen haben. Die Idee mit den verschiedenen Kräften der Jugendlichen fand ich klasse, auch die Kämpfe gegeneinander zeigten noch einmal, was sie drauf haben und was damit angerichtet werden kann.

Mare als Protagonistin war zeitweise etwas anstrengend. Sie schwankt oft zwischen dem toughen Mädchen, das alle mit ihren Kräften in den Schatten stellt und dann wieder dem zimperlichen Mädchen, das rumweint. Mare soll Maven, den jüngeren Prinzen heiraten. Lieben tut sie allerdings, sagt sie jedenfalls, Cal, den Thronfolger. Ich weiß nicht, warum sie beschlossen hat ihn zu lieben. Ich weiß auch nicht, wann. Sie haben sich einmal geküsst und auch da kann ich nicht nachvollziehen weshalb. Da war einfach nichts zwischen den beiden, was bei mir angekommen ist. Cal war mir auch irgendwie unsympathisch, ich mochte ihn wirklich bis zum Schluss nicht und habe ihm die ganze Zeit nicht über den Weg getraut.

Der Verlauf der Geschichte hat schon einen roten Faden: Mare und Maven schließen sich der Rebellion an und Mare lernt mit ihren Fähigkeiten umzugehen. Was mir aber gefehlt hat ist eine Erklärung für Mares Fähigkeiten. Das wird leider einfach ausgeblendet. Es gibt ein "es gibt noch mehr, die so sind wie sie", aber eine Erklärung? Fehlanzeige. Auch wenn es einen weiteren Teil der Geschichte gibt, hätte ich mir doch ein paar, wenn auch klitzekleine, Erklärungen gewünscht.

Das Ende hat tatsächlich noch einmal eine Wendung hervorgebracht, die echt überraschend kam. Es konnte die Geschichte aber leider nicht mehr für mich rumreißen.

Alles in allem ist die Geschichte nicht schlecht. Ich kann verstehen, warum Leute das Buch mögen. Es gibt ein wenig Fantasy, (angeblich) eine Liebesgeschichte und Intrigen. Wer sich allerdings durch sämtliche bekannte Dystopien gelesen hat, wird hier so einige Übereinstimmungen wiederfinden. Aber wer sich daran nicht stört und nicht nicht zu viel Fantasy erwartet, bekommt eine "normale" Dystopie zu lesen. Ich denke, die Autorin hatte da eine ziemlich gute Idee, aber für mich hat es an der Umsetzung gehapert. Vielleicht wird es im nächsten Buch besser, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich das wirklich lesen möchte.



Victoria Aveyard wuchs im Osten der USA auf, in einer Kleinstadt in Massachusetts. Von dort zog sie an die Westküste, um in Los Angeles an der University of Southern California Drehbuchschreiben zu studieren. (Quelle: Carlsen Verlag)

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