Rezension | Felix oder Zehn Dinge, die ich an dir liebe | Hannah Simon

Titel: Felix oder Zehn Dinge, die ich an dir liebe
Originaltitel: -
Reihe: -
Autorin: Hannah Simon
Verlag: Frankfurter Verlagsanstalt, März 2015
Seiten: 320
Preis: 19,90€






Felix Parland ist erfolgreicher Architekt, der seinem Chef auch manchmal den Hintern rettet und lügen kann wie gedruckt, wenn es der Karriere nützt. Ihm fehlt nur noch die Beförderung. Doch als die entscheidend näher rückt und Felix seiner Traumfrau begegnet, geschieht das Unwahrscheinliche: Mitten in seiner Glückssträhne bricht er zusammen. In der Notaufnahme versteht Felix nicht viel von all dem medizinischen Fachchinesisch. Sicher ist nur: Er reagiert allergisch auf hochemotionale Situationen. Übersetzt für den Laien: Er hat eine überaus seltene Glücksallergie. Felix’ perfektes Leben ist nun bedroht: Wie soll er erfolgreich im Job sein und mit seiner Hollywood-Schönheit anbandeln, ohne sich übermäßig zu freuen? Da ihn die Anti-Allergika viel zu müde machen, um seine täglichen Überstunden zu bewältigen, beschließt er kurzerhand, sich selbst unglücklich zu machen, um seine Glücksanfälle in Schach zu halten. Und da kommt es gerade recht, dass ihm bei einem wichtigen Bauprojekt die ebenso kratzbürstige wie unverschämte Ruby als Bauherrin vor die Nase gesetzt wird, mit überraschenden Folgen … (Quelle)






Was soll man schon groß sagen, wenn ein Buch mit "Liebe Blogleser" beginnt? Denn Felix ist Blogger. Kein Buchblogger (das wäre ja noch schöner), sondern er bloggt über Architektur. Das steht eigentlich überhaupt nicht im Mittelpunkt, aber die ganze Geschichte, die man liest, ist ein einziger Blogeintrag. Er startet über seinen Blog einen Suchaufruf nach "ihr". Wer ist "ihr"? Ja, wenn man das am Anfang wüsste. Denn er startet ganz am Anfang. Wie alles begann und was es mit dieser Glücksallergie auf sich hat. Was mir da gleich aufgefallen ist und gefallen hat: Felix spricht den Leser an. Denn in dem Moment, in dem man das Buch liest, liest man ja seinen Blogeintrag. Und gelegentlich wird man als Leser mit einbezogen und direkt angesprochen.

Felix selbst ist ziemlich perfektionistisch. Auch ein Workaholic in seinem Architekturbüro. Aber er ist ein perfektionistischer Workaholic von der liebenswerten Sorte. Einer von der Sorte, bei dem man denkt "Ach Felix..." und lächelnd den Kopf schüttelt. Zu sehen, wie er sich um seine Oma kümmert, sich mit seiner Schwester zankt und versucht, sich wegen seiner Glücksallergie partout unglücklich zu machen, machte ihn noch viel sympathischer. Seine Unglücks-Versuche sind gerade in der ersten Hälfte des Buches sehr komisch, also lustig-komisch, obwohl das gar nicht seine Absicht ist. Seine Motivation, sich unglücklich zu machen, ist Monika. Monika ist wunderschön und löst die Glücksallergie bei ihm aus. Ich wurde nicht so richtig warm mit ihr, sie ist schon ziemlich von sich überzeugt. Auch Ruby mochte ich anfangs nicht so besonders. Sie ist nervig, benimmt sich nicht ganz so, wie die Gesellschaft es erwartet und Felix trifft sich mit ihr, um sich durch Diskussionen und Streitereien mit ihr unglücklich zu machen. Doch nach und nach fand ich sie immer lustiger und sie hat einfach eine Menge Lockerheit in die Geschichte gebracht.

Nach der Hälfte änderte sich irgendwie die Atmosphäre im Buch. Die erste Hälfte war noch ziemlich locker. Man erfährt einiges über die Charaktere, über die Glücksallergie und ganz wichtig: wie Felix sich unglücklich machen will. Er probiert so viel aus, er überwindet sogar seine Angst vor Ärzten. Die zweite Hälfte dagegen kam mir etwas ernster vor, aber nicht weniger lesenswert. Denn so eine Glücksallergie zieht natürlich auch Probleme nach sich und auch in seinem sonstigen Leben läuft nicht immer alles rund.

Lange habe ich mich gefragt, wer sich am Ende wohl "sie" ist, nach der Felix mit Hilfe des Blogeintrags sucht. Irgendwann war es klar, wen er meint, aber der Weg dahin und das Ende waren so schön! Kennt ihr diesen aha-Moment, wenn der Buchtitel endlich richtig Sinn ergibt? Hier hat er sich am Ende noch mit einem och-wie-süß gemischt.

Für Freunde von Liebesromanen oder feel-good-Büchern für zwischendurch ist dieses Buch auf jeden Fall eine Empfehlung. Tolle Charaktere und eine tolle Idee haben mich dieses Buch wirklich gerne lesen lassen.






Hannah Simon, Jahrgang 1978, ist eine sehr fröhliche Person – und zum Glück nicht allergisch dagegen. Sie studierte Literatur- und Sprachwissenschaften. Anschließend arbeitete sie als Texterin in Köln, München und Berlin, und veröffentlichte Kurzgeschichten in Literaturzeitungen und Anthologien. »Felix oder Zehn Dinge, die ich an dir liebe« ist ihr erster Roman. Sie lebt inzwischen mit ihrer Familie im Süden Deutschlands. (Quelle)

1 Kommentar:

  1. Hallöchen liebe Mimi,
    ich freue mich so, dass dir das Buch auch so gut gefallen hat. Ich habe es einfach gerne gelesen. Und was ich dir unbedingt noch sagen wollte ist, dass ich deine Rezensionen auch äußerlich sehr sehr schön finde. :D Sieht wirklich toll aus. :)

    Liebst, Lotta

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