Rezension | Falling Kingdoms #1 Flammendes Erwachen | Morgan Rhodes




Das Reich des Westens steht vor einer tödlichen Zeitenwende. Drei Königreiche ringen um die Macht, drei Königshäuser kämpfen um das Überleben. Die 16-jährige Cleiona vom Haus Bellos muss sich auf die gefahrenvolle Reise durch eine untergehende Welt begeben, wenn sie die alte Magie der Elemente wiedererwecken und ihr Königreich retten will. Denn zwei Heere ziehen gegen ihr Haus in den Krieg. Unter den Angreifern sind Jonas, der aufbrausende junge Berater des Königs von Paelsia, und Magnus, der kühle Thronfolger von Limeros. Die Schicksale der drei jungen Menschen sind untrennbar miteinander verbunden, und inmitten von blutigen Schlachten und höfischen Intrigen müssen sie bald erkennen, dass das Herz tödlicher sein kann als das Schwert. (Quelle)


Zugegeben, ich habe eine Zeit gebraucht, um wirklich in die Geschichte zu kommen. Das Namensregister am Anfang hat mich etwas verunsichert, auch wenn es ab und zu ganz gut war, um noch einmal nachzusehen. Der Prolog war dann auch noch zusätzlich ein wenig nichtssagend. Interessant und spannend zwar, aber ohne irgendwelche Erklärungen wieso weshalb warum da was passierte. Die ersten 80 Seiten war ich dann schwer damit beschäftigt mir zu merken, wer zu welchem Königreich gehört und wer wen warum hasst. Und dann fing ich an, diese Geschichte zu lieben!

Ich dachte vom Klappentext her, das Buch wird aus Cleos Sicht beschrieben werden. Aber das war nicht so. Die Geschichte wird aus vier Perspektiven immer mithilfe eines Erzählers erzählt. Damit weiß man immer mehr als die jeweils anderen Protagonisten, da man die Standpunkte von Cleo, Jonas, Magnus und dessen Schwester kennenlernt. Der Klappentext hört sich nach Dreiecksgeschichte an, ist aber nicht so. Die drei laufen sich nur selten über den Weg und gehören zu verfeindeten Königreichen. Und eine Liebesgeschichte im Romeo-und-Julia-Stil gibt es nicht. 

Cleo mochte ich sehr gerne, sie gehört zum wohlhabendsten Königreich, ist aber nicht überheblich, sondern glaubhaft bodenständig. Bei Magnus bin ich mir nicht so sicher, ob ich ihn nun mag oder nicht. Das hat sich mit jedem Kapitel geändert. Er steht unter strenger Herrschaft seines Vaters und hat es nicht leicht, weshalb ich Sympathie für ihn aufgebracht habe. An anderen Stellen war er dann so ein Volldepp, dass ich ihn gerne angeschrien hätte. Und Jonas... den Kerl konnte ich das ganze Buch über nicht ausstehen. Sein Bruder wurde von jemandem aus Cleos Königreich umgebracht und nun schwört er Rache und will Cleo umbringen. Und da ich Cleo mochte, mochte ich dadurch ihn nicht. 

Was mir ein wenig gefehlt hat, war die Fantasy, da es ja ein High Fantasy-Buch sein soll. Vielleicht kommt es in den weiteren Teilen mehr vor, aber in diesem war es doch eher mager. Es wird zwar erklärt, was es mit der Elementen auf sich hat und nach dem zweiten Drittel kam dann auch tatsächlich Magie vor, aber eben noch nicht in großem Maße. 

Es passiert so viel in dieser Geschichte, dass ich quasi durch die Seiten geflogen bin und plötzlich war das Buch beendet. Alle Handlungsstränge laufen auf einen Krieg gegen Cleos Königreich hinaus. Es dauerte ein wenig, bis auch Magnus' Handlungsstrang mit denen der anderen zusammenlief. Neben den offensichtlichen Plänen des Krieges, der aber erst gegen Ende richtig losgeht, spielen auch private Dinge der Protagonisten eine Rolle: Cleo ist in Sorge um ihre im Sterben liegende Schwester und soll einen Kerl heiraten, den sie nicht leiden kann. Jonas trauert um seinen toten Bruder und will sich an Cleo rächen und Magnus scheint Gefühle zu haben, die er niemandem verraten kann und ganz nebenbei soll er noch ein Auge auf seine Schwester behalten, um die es - wie es scheint - ein Geheimnis gibt. Und dann ist da noch das Mysterium um die Elemente, nach denen jeder sucht, aber niemand genau weiß, was es damit auf sich hat. Für mich hat in der Geschichte alles zusammengepasst, es war die richtige Mischung aus allem. Und mal keine Dreiecks-Liebesgeschichte und Gefühlsüberladungen zu haben, war wirklich mal nett und das hätte auch nicht in die Geschichte gepasst.

Das Ende hörte nicht direkt mit einem Cliffhanger auf, macht aber definitiv neugierig auf den nächsten Teil. Ganz plötzlich scheint sich das Blatt ein wenig gewendet zu haben und ich bin wirklich gespannt, was sich die Autorin noch einfallen lässt.



Morgan Rhodes ist das Pseudonym einer beliebten Urban-Fantasy-Autorin. Mit ihrer High-Fantasy-Reihe »Falling Kingdoms« ist ihr auf Anhieb ein großer Erfolg gelungen. Momentan schreibt sie an weiteren Bänden der Serie. Morgan Rhodes lebt in Ontario, Kanada. (Quelle)

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