Rezension | Ein Jahr in San Francisco | Hanni Bayers




Plötzlich ruft der Herr: »Next one, please.« Next one, das bin ich. »Passport, please. Your finger there.« Er liebt den Befehlston; wenige Worte, klare Ansagen. Ich drücke die Finger meiner linken Hand auf die warme Glasscheibe des grün blinkenden Lesegeräts vor mir. Ein Jahr in San Francisco kann beginnen - mit Cable Cars, Golden Gate Bridge, Hippies, Internet-Unternehmen und jeder Menge Raum für Träume und Abenteuer. (Quelle)
 

Reiseberichte sind, finde ich, nicht so leicht zu rezensieren oder zu bewerten. Man kann ja über tatsächlich geschehene Dinge schlecht sagen, dass sich Autor oder Autorin da etwas anderes hätte überlegen sollen, wie in einer rein fiktiven Geschichte. Ich kann also nur schreiben, wie mir die Art der Berichterstattung gefallen hat; wo ich mir mehr oder weniger Informationen gewünscht hätte. 

Aber fangen wir vorne an: Dieses schmale Büchlein enthält ein komplettes Jahr. Januar bis Dezember, für jeden Monat ein Kapitel. Wir erfahren, was die Autorin angetrieben hat, für ein Jahr nach San Francisco zu gehen, wen und was sie dort kennenlernt und ganz wichtig: was San Francisco ausmacht. Was unterscheidet diese Stadt von jeder anderen? Was für Eigenheiten gibt es, was muss man erlebt haben? Hanni Bayers nimmt uns mit durch jeden Monat, erzählt von Festen, Feiertagen, kuriosen Orten und Geschehnissen. Sie zeigt uns bekannte und weniger bekannte Orte, erklärt, in das Geschehen eingebaut, Daten, Fakten und Geschichte. Wie es auch die Autorin selbst in einem Kapitel sagte: Es gibt eigentlich keinen Monat ohne Verkleiden und das fiel mir auch beim Lesen auf. Es ist immer etwas los, auf verschiedenste Art und Weise und das kam sehr gut rüber. Allgemein hatte ich sehr viel Spaß beim Lesen, kleine Anekdoten machten alles noch lockerer ließen das Beschriebene vor dem inneren Auge sehen und auch die Eigenheiten San Franciscos kamen gut zur Geltung.

Neben diesen monatlichen Kapiteln gibt es nach jedem dieser Kapitel aber noch ganz kurze Einschübe, in denen Sehenswürdigkeiten und Restaurants empfohlen und Tipps gegeben werden. 

Ich habe das Buch wirklich gerne gelesen, ich hatte beim Lesen das Gefühl, sehen zu können, was beschrieben wird. Allerdings wirkte die Autorin für mich etwas distanziert, so, als würde man nur von Außen betrachtet das Geschehen miterleben. Ich habe auch schon andere Bücher aus der Reihe gelesen, wo mir die Autoren einfach ein wenig sympathischer waren. Nichtsdestotrotz ist dieses Buch wie ein kleiner, spontaner Trip nach San Francisco.

4 von 5 Sternen


Hanni Bayers, geb. 1984 in Berlin, schreibt seit ihrer Kindheit. Nach einem internationalen Wirtschaftsstudium ging sie im Auftrag eines deutschen Unternehmens nach San Francisco und verliebte sich sofort in die kreative Stadt.(Quelle)

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