Rezension | Krähenmädchen | Victoria-Bergmann-Trilogie #1

Inhalt
Stockholm. Ein Junge wird tot in einem Park gefunden. Sein Körper zeigt Zeichen schwersten Missbrauchs. Und es bleibt nicht bei der einen Leiche ... Auf der Suche nach dem Täter bittet Kommissarin Jeanette Kihlberg die Psychologin Sofia Zetterlund um Hilfe, bei der eines der Opfer in Therapie war. Ihr Spezialgebiet sind Menschen mit multiplen Persönlichkeiten. Eine andere Patientin Sofias ist Victoria Bergman, die unter einem schweren Trauma leidet. Sofia lässt der Gedanke nicht los, bei ihr irgendetwas übersehen zu haben. Schließlich müssen sich Jeanette und Sofia fragen: Wie viel Leid kann ein Mensch verkraften, eher er selbst zum Monster wird? (Quelle)

Meinung
Ich habe einige Rezensionen gelesen (nachdem ich das Buch beendet hatte) und die waren eher so mittelmäßig begeistert, da nach deren Meinungen nichts oder zu wenig passiert. Das habe ich gar nicht als so schlimm empfunden. Ich habe mich zwar anfangs schon gewundert, warum das Buch so in den Himmel gelobt wird, da ich auch finde, dass die Geschichte sehr lange braucht um richtig loszulegen. Allerdings lernt man so die Personen sehr gut kennen. Ich kam am Anfang noch ein bisschen durcheinander und musste zwischendurch den Klappentext lesen, um mir in Erinnerung zu rufen, wer wer ist. 
Es wurde schon Wert darauf gelegt, dass jeder Charakter seine eigene Geschichte bekommt, die immer wieder weitererzählt wird und sich nach und nach in die Geschichte einfügt. So lernt man die Personen doch schon recht gut kennen, auch wenn die Geschichten über das Private mich manchmal genau dann aus dem Geschehen rausgeholt haben, wenn es grade spannend wurde. 
Spannend wurden vor allem die letzten 200 Seiten. Den Anfang fand ich ja eher lang und es hat gedauert, bis sich alles langsam zusammenfügte. Aber dann gab es eine Wendung, die ich wirklich genial fand. Einige Rezensionen sagen, es wäre vorhersehbar. Ich persönlich wäre nie darauf gekommen, dass das passieren kann und konnte ab dem Zeitpunkt das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.
Das Buch ist ein Psychothriller und ich finde es nicht so schlimm oder ekelig oder blutig wie andere Psychothriller, die ich schon gelesen habe. Blutig fand ich es gar nicht, ekelig auch nicht. Es ist eben ein Thriller und da ist nicht alles rosig. Aber Leute mit einem schwachen Magen sollten es ohne Probleme lesen können. Es muss einem allerdings klar sein, dass das Buch Kindesmisshandlung thematisiert. Das ist natürlich auch in einem Buch kein einfaches Thema, aber ich finde die Art, wie die Autoren es in die Geschichte eingefügt haben, gut gemacht. Ich musste das Buch nicht aus der Hand legen, weil es zu heftig wurde. Trotzdem stellt sich einem beim Lesen die Frage, was bloß mit solchen Leuten los ist und es wird einem vor Augen geführt, wie schlimm es grade für die Opfer ist. Die Geschichte legt also meiner Meinung nach mehr Wert auf "Psycho" als auf "Thriller". 
Was mich manchmal ein wenig zur Verzweiflung gebracht hat, waren die schwedischen Begriffe. Aber da kann ja niemand etwas für. Aber schwedische Orte (oder Begriffe?) als Kapitelüberschriften haben mir dann doch recht wenig gebracht. Aber Schweden würde es wohl nicht anders gehen, wenn sie ein deutsches Buch lesen, von daher ist das kein wirklicher Kritikpunkt.

Da es sich um den ersten Teil einer Trilogie handelt, finde ich es auch wirklich vertretbar, dass der Einstieg in die Geschichte gedauert hat und diese Wendung gegen Ende des Buches entschädigt das auch total. Ich bin sehr gespannt, wie es im zweiten Teil weitergeht und im dritten schlussendlich endet. Erhältlich sind schon alle drei Teile.

4 von 5 Sternen

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