Mind Ripper - Nadine Erdmann


Inhalt:
London 2038: Das Cybernetz ist der größte Freizeitspaß, besonders unter Jugendlichen. Egal, ob man als Avatar in sozialen Netzwerken neue Leute treffen oder in interaktiven Rollenspielen virtuelle Abenteuer erleben möchte, die schöne neue Technikwelt bietet Unterhaltung für jeden Geschmack. Auch Jemma, Jamie und Zack verbringen dort jede Menge Zeit mit ihren Freunden.
Doch plötzlich fallen drei Jungen während ihres Aufenthalts in der virtuellen Welt ins Koma. Ihre Körper sind unversehrt, doch ihr Bewusstsein ist in der CyberWorld verschwunden. Wer oder was steckt dahinter?
Jemma, Jamie und Zack suchen nach Antworten – und kommen dabei dem Mind Ripper gefährlich nahe…(Quelle)

Meinung: 
Ich wurde gefragt, ob ich dieses Buch rezensieren möchte (danke nochmal dafür!) und nachdem ich mir die Inhaltsbeschreibung durchgelesen habe, dachte ich mir "Warum nicht?". Also hatte ich es bald darauf auf meinem Reader und habe es anfangs nur auf dem Weg zur Arbeit gelesen, dann aber auch Zuhause. Und das nicht, weil ich es schnell durch haben wollte. Mir hat die Geschichte wirklich gut gefallen und da musste ich einfach weiterlesen.
Mit dieser Geschichte habe ich mich einfach mal auf ein Thema eingelassen, das sonst eher weniger bei mir zu finden ist. Ich hatte schon ein bisschen die Befürchtung, dass ich mit Begriffen konfrontiert werde, die für Leute, die sich mit Spielen und Computerkram auskennen kein Problem sind, aber für Leute wie mich (die gerade einmal den Laptop einschalten können) eine Nummer zu groß sind. Aber die Befürchtungen waren ganz umsonst. Das Buch beginnt und man ist direkt in einer Situation im Cybernetz. Man wird reingeschmissen und lernt so auch gleich die Protagonisten kennen und was das besondere am Cybernetz überhaupt ist.
Die Protagonisten, die man gleich am Anfang kennenlernt, waren mir auch die ganze Zeit sympathisch. Manchmal konnte ich die eine Person besser verstehen, mal die andere, aber es war nie so, dass ich mir gewünscht hätte, dass jemand aus der Geschichte verschwindet (was ja bei anderen Büchern manchmal durchaus vorkommt). Sie sind alle nicht total tiefgründig beschrieben und analysiert, sondern wirken einfach echt. Jeder hat seine Eigenheiten, die immer mal wieder auftauchen, man lernt neue Dinge über sie, ohne zu weit von der eigentlichen Geschichte abzuweichen. Ein wenig später trifft man noch auf weitere für den Verlauf der Geschichte wichtige Personen. Mit denen hab ich mich dann schon nicht mehr so ganz verstanden, ich hatte da die gleichen Zweifel wie die anderen Protagonisten. Bei einer Person dachte ich mir gleich "Junge, du hast was ausgefressen!" (Ob ich damit richtig lag, müsst ihr selber herausfinden).
Eine Sache, die die Geschichte ausmacht ist die, dass man zum Teil eine "normale" Jugendgeschichte vor sich hat, dann aber wieder ins Cybernetz mitgenommen wird, in der es dann besondere Fähigkeiten für die Personen gibt. Man erlebt also einerseits alltägliche Dinge, andererseits ist man mitten dabei im Abenteuer. Denn für die Personen im Buch wirkt ihr Aufenthalt im Cybernetz total normal, was für mich dann so wirkte, als würde ich jemandem zusehen, der gerade ein Spiel spielt (Was ich früher bei meinem Papa immer gerne gemacht habe).
Man ist also die ganze Zeit dabei, egal in welcher Welt. Dass es nicht durchgehend im Cybernetz spielt, finde ich ganz gut, denn auch die ganz alltäglichen Vorkommnisse, Unterhaltungen oder Streitereien finde ich wirklich lustig und sympathisch geschrieben.
Die Geschichte spielt im Jahr 2038, was anfangs gar nicht so groß auffällt. Außer natürlich, dass die Technik weit vorangeschritten ist. Dadurch war es auch wirklich schwer zu erahnen, worauf es am Ende hinausläuft. Manchmal dachte ich schon, dass ich wüsste was passiert, lese weiter und werde vom Gegenteil überzeugt. Bis zum Schluss hatte ich also keine Ahnung (und irgendwann keine Ideen mehr), was passieren könnte. Es vermischen sich auf einmal reale Welt und Cybernetz und bringen Wendungen, die man nicht einmal erahnen könnte. Und das hat mir wirklich gut gefallen. Themen spielen plötzlich eine Rolle, über die man nachdenken muss, wie man selbst handeln würde und was man davon hält.
Kurz gesagt, hat die Autorin hier eine Geschichte geschaffen, die sich nicht ganz an die üblichen 08/15-Storylines hält und trotzdem noch hinterher das Gefühl beim Leser lässt, eine Geschichte gelesen zu haben, in deren Welt man sich gerne aufgehalten hat.

    

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