Rezension - Die Liste der vergessenen Wünsche von Robin Gold

Inhalt:
Claras Leben scheint perfekt zu verlaufen, bis ihr Verlobter eine Woche vor der Hochzeit bei einem Unfall ums Leben kommt. Sie weiß nicht, was sie machen soll, hat auch Monate danach auf nichts mehr Lust und kann sich so nur mit Mühe dazu aufraffen, Thanksgiving mit ihrer Mutter und ihrem Bruder in Boston zu verbringen. Dort angekommen, findet Clara in ihrem alten Kinderzimmer ein kleines Päckchen. Da drin befindet sich eine Zeitkapsel, in der sich, neben weiteren kleinen Dingen, eine Liste befindet, auf der alles steht, was sie vor ihrem 35. Geburtstag erlebt haben will. Clara erfüllt aus Zufall einen dieser Punkte und beschließt, die komplette Liste abzuarbeiten. Hilfe bekommt sie dabei nicht nur von ihrer Mutter und ihrem Bruder, auch ein alter Schulfreund ist behilflich und die beiden scheinen sich anzunähern. Aber darf Clara überhaupt noch jemand anderes lieben?

Meinung:
Weihnachtszeit ist Wünschezeit und so hat das Buch, jedenfalls vom Titel her, doch gut in diese Zeit gepasst. Und es ist ein tolles Buch. Man muss diese ganzen Charaktere einfach mögen, sie sind einfach so liebenswürdig, dass man über den kleinsten versteckten Witz lachen muss (die Dinosaurierwitze sind so schlecht, da musste ich schon wieder grinsen).
Gut, am Anfang wirkte das ganze doch noch etwas steif und holprig, aber mit der Zeit wuchs mir das Buch wirklich ans Herz. Es ist vorhersehbar, keine Frage, aber welches Buch in diese Richtung ist das nicht? Viel spannender war es einfach, Clara beim Abarbeiten ihrer Liste zu begleiten, mit ihr Fortschritte und Rückschläge zu erleben.
Manche Punkte der Liste wurden etwas grob abgehandelt und nur so nebenbei erwähnt, aber dafür waren die „größeren“ Punkte ausführlicher beschrieben und brachten die Geschichte voran.
Es ist ja eigentlich ein Buch, in dem es darum geht, wie Clara mit ihrer Trauer fertig wird. Und trotzdem ist es ein Buch, bei dem man einfach mitlachen, mitleiden und sich mitfreuen muss. Normalerweise mag ich keine Bücher, in denen die Protagonisten deprimiert von einer Ecke in die andere schlurfen und sich den ganzen Tag bemitleiden. Anfangs hatte ich die Befürchtung, dass es so ein Buch werden könnte, aber das hat sich nicht bestätigt. Die ganzen Leute um Clara rum, die versuchen, sie aufzubauen und ihr helfen, bringen so verdammt viel Leichtigkeit in die Geschichte. Und die Standpauken, die Clara sich, ohne Rücksicht auf Verluste, hält, zeigen, dass dies garantiert kein Buch ist, das einen deprimiert zurücklässt. Es ist ein Buch, das einen so richtig zufrieden zurücklässt.
Denn dieses Ende – jeder, der das Buch gelesen hat, wird mir da wohl zustimmen: dieser allerletzte Satz war einfach klasse. 


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen